Akutbehandlung und Gruppentherapie jetzt per Video möglich

05.10.2021 |

Die Videosprechstunde in der Psychotherapie darf seit dem 1. Oktober 2021 auch in der Akutbehandlung und bei gruppenpsychotherapeutischen Leistungen durchgeführt werden.

Zum 1. Oktober 2021 können die psychotherapeutische Akutbehandlung (GOP 35152) und mehrere gruppentherapeutische Leistungen auch bei Durchführung im Rahmen einer Videosprechstunde berechnet werden. Der EBM (Kapitel 35)und die Psychotherapie-Vereinbarung wurden entsprechend angepasst.

Der Technikzuschlag nach der GOP 01450 (40 Punkte / 4,45 Euro) kann ebenfalls zur Videositzung berechnet werden. Bei den Gruppenbehandlungen gilt die Höchstwertregelung, nach der der Zuschlag nur einmal je Gruppenbehandlung vergütet wird.

In einer Video-Gruppentherapie dürfen insgesamt maximal neun Personen sein: acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer beziehungsweise Bezugspersonen plus eine Therapeutin oder ein Therapeut. Gruppentherapien mit zwei Therapeutinnen beziehungsweise Therapeuten sind per Video nicht möglich.

Neben gruppentherapeutischen Leistungen nach der Gebührenordnungsposition (GOP) 35173 bis 35178 und Abschnitt 35.2.2 EBM dürfen auch Gruppenbehandlungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (GOP 14221), der Psychiatrie und Psychotherapie (GOP 21221), der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie (GOP 22222) und der Neuropsychologischen Therapie (GOP 30933) im Rahmen der Videosprechstunde berechnet werden.

Die Videositzung kann nur durch den Therapeuten erfolgen, der den Versicherten auch im unmittelbaren persönlichen Kontakt behandelt. Eine örtliche Nähe soll grundsätzlich gegeben sein.

Auch muss vorab vereinbart werden, wie die Sitzung bei einem technischen Verbindungsabbruch fortgesetzt wird und welche Schritte bei gegebenenfalls drohender Eigen- oder Fremdgefährdung ergriffen werden (gerade für die Akutbehandlung wichtig).

Folgende Angebote der ambulanten Psychotherapie sind per Video möglich:

  • neu ab 1. Oktober: Akutbehandlung
  • neu ab 1. Oktober: Gruppentherapie und gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung
  • Einzeltherapie
  • fachgruppenspezifische Einzelgesprächsleistungen (zum Beispiel: psychotherapeutisches Gespräch nach GOP 22220 und 23220)
  • Über die Coronavirus-Sonderregelungen (befristet bis Ende 2021): Psychotherapeutische Sprechstunde
  • Probatorische Sitzungen (neu ab 1. Oktober auch in der Gruppe)

Hinweis: Die Psychotherapeutin oder der Psychotherapeut muss unter Berücksichtigung der individuellen Krankheits- und Lebensumstände der oder des Versicherten entscheiden, ob eine Videosprechstunde durchgeführt werden kann. Dabei müssen die Vorschriften der jeweiligen Berufsordnungen, insbesondere der Sorgfaltspflichten, beachtet werden.

Bitte beachten Sie hierzu die Übersicht „Videosprechstunde für Ärzte und Psychotherapeuten“ auf der Homepage der KV Bremen: www.kvhb.de/videosprechstunde

Zeitgleich wurden auch die Sonderregelungen zur Anwendung von Psychotherapie in der vertragsärztlichen Versorgung aufgrund von SARS‐CoV‐2 bis 31. Dezember 2021 verlängert. Damit sind in Ausnahmefällen weiterhin Psychotherapeutische Sprechstunden und Probatorische Sitzungen per Video möglich – letztere in einer Übergangsphase auch im Gruppensetting. Zum 15. Dezember 2021 werden alle Sonderregelungen erneut auf den Prüfstand gestellt.