Rhesusfaktor D-Bestimmung für Schwangere ab 1. Juli abrechenbar

27.05.2021 |

Schwangere mit negativem Rhesusfaktor D können ab dem 1. Juli 2021 ihr Blut auf den Rhesusfaktor D des ungeborenen Kindes testen lassen, um gezielt eine erforderliche Anti-D-Prophylaxe zu erhalten. Hierzu wurden die neuen GOP 01788 für die Beratung und GOP 01869 für die Laboruntersuchung in den EBM aufgenommen.

Beratung zum nicht invasiven Pränataltest Rhesus D (NIPT-RhD)

Für die Beratung nach dem Gendiagnostikgesetz zum nicht invasiven Pränataltest Rhesus D (NIPT-RhD) wurde die neue Gebührenordnungsposition (GOP) 01788 in den EBM aufgenommen. Die GOP 01788 ist je vollendete fünf Minuten sowie höchstens zweimal je Schwangerschaft berechnungsfähig und mit 84 Punkten/ 9,88 Euro bewertet.

Laboruntersuchung zum nicht invasiven Pränataltest Rhesus D (NIPT-RhD)

Zusätzlich wird die GOP 01869 für die pränatale Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors D in den EBM aufgenommen. Die Untersuchung des RhD-Gens erfolgt an fetaler DNA aus mütterlichem Blut. Es ist ein validiertes Testverfahren anzuwenden, welches die in den Mutterschafts-Richtlinien festgelegten Testgütekriterien erfüllt. Die GOP 01869 ist einmal je Schwangerschaft berechnungsfähig und mit 905 Punkten/ 100,68 Euro bewertet. Die Berechnung der GOP 01869 setzt eine Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung nach der Qualitätssicherungsvereinbarung Spezial-Labor voraus (gemäß § 135 Abs. 2 SGB V).

Die Berechnungsfähigkeit der beiden neuen GOP 01788 für die Beratung und GOP 01869 für die Laboruntersuchung gelten nur bei Einlingsschwangerschaften.

Ab der 12. Schwangerschaftswoche

Für den Pränataltest wird eine Blutprobe der Schwangeren benötigt. Das mütterliche Blut enthält Erbmaterial des Kindes, das sich zur Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors eignet. Getestet werden darf frühestens ab der 12. Schwangerschaftswoche.

Gezielte Anti-D-Prophylaxe

Bisher erhalten alle Rhesus D-negativen Schwangeren eine Anti-D-Prophylaxe. Die fetale Rhesusfaktorbestimmung ermöglicht nun eine gezielte Prophylaxe, wenn ein Rhesus D-positives Kind erwartet wird, denn nur dann besteht das Risiko einer Sensibilisierung der Mutter. Die medizinisch unnötige Gabe von Blutprodukten (Anti-D-Immunglobulin) an Rhesus D-negative Schwangere, die ein Rhesus D-negatives Kind erwarten, kann somit vermieden werden.

Vorgaben des Gendiagnostikgesetzes

Da es sich um eine vorgeburtliche genetische Untersuchung handelt, gelten die ärztlichen Aufklärungs- und Beratungsverpflichtungen nach den Vorgaben des Gendiagnostikgesetzes. Die erforderliche Qualifikation ist die „fachgebundene genetische Beratung“.

Genetische Beratung

Grundsätzlich darf die fachgebundene genetische Beratung bei nicht invasiven Pränataltests (NIPT) nur durch Humangenetiker sowie durch die Gynäkologen erfolgen, welche über die entsprechende Qualifikation nach dem Gendiagnostikgesetz (GenDG) und den Richtlinien der Gendiagnostik-Kommission verfügen.